Anzahl Durchsuchen:8 Autor:Site Editor veröffentlichen Zeit: 2026-02-24 Herkunft:Powered
Bei Industrie- und Automobilprojekten hört man häufig Anfragen wie:
„Wir brauchen ein IK10 ATEX-Display.“
Auf den ersten Blick klingt das vernünftig.
In Wirklichkeit adressieren IK10 und ATEX zwei völlig unterschiedliche Risiken , und sie werden in frühen Projektbesprechungen oft missverstanden – oder fälschlicherweise kombiniert.
Das Verständnis des Unterschieds ist für die korrekte Spezifikation, Kostenkontrolle und langfristige Systemzuverlässigkeit von entscheidender Bedeutung.
IK-Bewertungen werden durch IEC 62262 definiert und konzentrieren sich ausschließlich auf die mechanische Schlagfestigkeit eines Gehäuses.
IK10 steht für eine Aufprallenergie von 20 Joule
Wird normalerweise mit einem Stahlhammer oder einem Pendel getestet
Das Ziel besteht darin, Folgendes zu überprüfen:
Gehäuseintegrität
Glasbruchfestigkeit
Weiter funktionsfähiger Betrieb nach dem Aufprall
In einfachen Worten:
IK10 beantwortet die Frage: „Wird es einen Treffer überleben?“
IK10 -Industriedisplays werden häufig in Umgebungen eingesetzt, in denen körperlicher Missbrauch oder versehentliche Stöße zu erwarten sind:
Fabrik-HMIs
Industriekontrollpaneele
Fitnessstudios, Verkehrsknotenpunkte und halböffentliche Räume
Um IK10 zu erreichen, sind Displays normalerweise auf Folgendes angewiesen:
Dickes gehärtetes oder laminiertes Glas
Verstärkte Metallgehäuse
Strukturelle Unterstützung rund um den Ausstellungsbereich
IK10 bewertet jedoch nicht das elektrische Verhalten, die Oberflächentemperatur oder das Zündrisiko.
ATEX (Richtlinie 2014/34/EU) befasst sich mit einem ganz anderen Problem:
Es soll verhindert werden, dass Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen zur Zündquelle werden.
Die ATEX-Zertifizierung konzentriert sich auf Risiken wie:
Elektrische Funken oder Lichtbögen
Zu hohe Oberflächentemperatur
Entladung statischer Elektrizität
Energieakkumulation in Stromkreisen
Eindringen von Staub oder Gas führt zur Entzündung
Zusamenfassend:
ATEX beantwortet die Frage: „Könnte dieses Gerät seine Umgebung entzünden?“
ATEX-Anzeigen sind in erforderlich explosionsgefährdeten Bereichen , darunter:
Öl- und Gasanlagen
Chemiefabriken
Bergbaubetriebe
Getreidehandhabung und staubreiche Umgebungen
Die ATEX-Konformität umfasst:
Strenge Grenzwerte für die maximale Oberflächentemperatur (T-Klasse)
Kontrollierte elektrische Energieniveaus
Versiegelte und validierte Gehäusekonstruktionen
Sicherheitsvalidierung auf Systemebene – nicht nur Komponenten-Upgrades
Hier kommt es oft zu Verwirrung.
Aspekt | IK10 | ATEX |
|---|---|---|
Primäres Risiko angesprochen | Mechanische Einwirkung | Explosion/Zündung |
Fokus | Körperliche Stärke | Elektrische und thermische Sicherheit |
Typische Umgebung | Öffentliche/industrielle Bereiche | Gefahrenbereiche |
Kann das eine das andere ersetzen? | ❌ Nein | ❌ Nein |
Ein IK10-Display kann weiterhin:
Funken erzeugen
Erreichen Sie hohe Oberflächentemperaturen
Statische Aufladung ansammeln
Eine ATEX-Anzeige kann:
Seien Sie mechanisch fragil
Erfüllen die Anforderungen an die Schlagfestigkeit nicht, es sei denn, sie wurden speziell dafür entwickelt
Sie lösen verschiedene technische Probleme.
Technisch gesehen ja – aber nicht standardmäßig.
Ein Display, das beide Anforderungen erfüllt, muss:
Bestehen Sie die mechanische Schlagprüfung (IK10)
Erfüllen Sie die ATEX-Zündschutzvorschriften
Als vollständiges System validiert werden , nicht nur auf Komponentenebene
Dies hat erhebliche Auswirkungen auf:
Mechanisches Design
Materialauswahl
Kosten
Vorlaufzeit
Zertifizierungsumfang
Aus diesem Grund sollte oder muss nicht jedes Industriedisplay ATEX-zertifiziert sein.
Vor der Spezifizierung der „IK10 ATEX-Anzeige“ sollte die eigentliche Frage lauten:
Ist das primäre Risiko physischer Auswirkungen??
Oder Exposition gegenüber explosionsfähiger Atmosphäre?
Oder beides?
Eine Fehlklassifizierung führt häufig zu:
Überentwickelte Lösungen
Unnötige Zertifizierungskosten
Längere Entwicklungszyklen
Eine klare Umweltdefinition im Vorfeld spart sowohl Käufern als auch Lieferanten Zeit.
IK10 und ATEX werden oft zusammen erwähnt – es handelt sich jedoch nicht um verwandte Standards.
IK10 schützt das Gerät vor äußeren Einflüssen
ATEX schützt die Umgebung vor dem Gerät
Das Verständnis dieser Unterscheidung trägt dazu bei, sicherzustellen, dass Displays korrekt spezifiziert, ordnungsgemäß validiert und sicher bereitgestellt werden.
Wenn Sie an Ausstellungsprojekten für Industrie- oder Gefahrenbereiche arbeiten, ist die frühzeitige Definition des tatsächlichen Risikoszenarios weitaus wertvoller als die standardmäßige Stapelung von Zertifizierungen.
F: Umfasst der IK10-Test die Validierung des Touchpanels nach dem Aufprall?
A: Das hängt vom Testumfang ab. Bei standardmäßigen IK-Tests wird die Integrität des Gehäuses überprüft. Bei industriellen Touch-Displays sollte jedoch die Funktionsüberprüfung (einschließlich Touch-Genauigkeit und Display-Leistung nach einem Aufprall) ausdrücklich in den Testbericht aufgenommen werden.
F: Wenn ein Display ATEX-zertifiziert ist, kann es dann in jedem Gefahrenbereich installiert werden?
A: Nein. Die ATEX-Zertifizierung muss mit der spezifischen Zonenklassifizierung (Zone 0, 1 oder 2 für Gas; Zone 20, 21 oder 22 für Staub) und Temperaturklasse übereinstimmen. Eine Installation außerhalb des zertifizierten Bereichs ist nicht gestattet.
F: Gilt die ATEX-Zertifizierung für Komponenten oder das gesamte Anzeigesystem?
A: ATEX gilt für die gesamte Gerätebaugruppe. Auch wenn einzelne Komponenten konform sind, muss das endgültige Anzeigesystem als Ganzes bewertet und zertifiziert werden.
F: Wie wirkt sich IK10 auf die optische Leistung und die Berührungsempfindlichkeit aus?
A: Um IK10 zu erreichen, ist häufig dickeres oder laminiertes Glas erforderlich, was die optische Klarheit, das Reflexionsvermögen und die kapazitive Berührungsempfindlichkeit beeinträchtigen kann. Die richtige optische Verbindung und Controller-Abstimmung sind für die Aufrechterhaltung der Benutzerfreundlichkeit von entscheidender Bedeutung.
F: Welche Dokumentation sollten Käufer für die IK10- oder ATEX-Validierung anfordern?
A: Käufer sollten offizielle Testberichte von akkreditierten Laboren anfordern, einschließlich Testbedingungen, Aufprallenergieniveau (für IK), Zonenklassifizierung und Temperaturklasse (für ATEX), anstatt sich ausschließlich auf Marketingaussagen zu verlassen.